Einstellung Wikifolio

Nach 3 Jahren Laufzeit habe ich mich nun entschlossen das ALBI Concept nicht mehr als Wikifolio weiter aktiv zu verwalten.

Maßgebliche Gründe für die Einstellung des Wikifolios liegen in der Tatsache, das

  1. das Zinsniveau so tief gesunken ist und somit keine abkömmliche Rendite im risikoarmen Anlagebereich mehr zu erzielen ist.
  2. Die Resonanz zu gering war um den Aufwand neben her zu betreiben.
  3. Die Anlagemethodik und Risikoprofil sollte bewusst nicht geändert werden um dem Grundgedanken der sicheren Anlagenstrategie weiterhin Rechnung zu tragen. (Zukünftig evtl wieder möglich)
  4. In einem Umfeld tiefer Zinsen und möglichen Szenarien von Zinssteigerungen die Portfolio Allokation mittels ETF/ über die Plattform Wikifolio nicht professionell umgesetzt werden kann.
  5. Das Anlageuniversum bei Wikifolio im Segment Renten einfach zu klein ist und hauptsächlich auf Aktien und Zertifikaten und somit auf Trader ausgerichtet ist. Direktanlagen in Renten sind nicht möglich.
  6. ETF keine gute Replikation bei Renten haben, da der turnover gerade bei höher verzinslichen Anleihen zu hoch ist und somit systematisch Nachteile gegenüber der Direktanlage entstehen. (aus Vergleichen mit andren real geführten Portefeuille die ähnliche Risikoprofile haben und Einzeltitel beinhalten)
  7. Die laufenden Kosten von 0,95 % einfach zu hoch sind.

Start Zeitpunkt war der 21.12.2013 und die Benchmark Inflation (HICP ex Tobacco) hatte seitdem eine Wertentwicklung von +0,39%. Das „real money depot“ wurde am 23.02.2017 bei einem Kursstand von 100 Euro pro Zertifikat aufgelöst und ergabt somit eine Wertentwicklung nach Kosten von 0 %. Hervorzuheben ist die sharpe ratio von 1,55.

Die Werte aus dem Screenshot bezieht sich auf den Geldkurs von 99,57 vom 01.03.2017.

 

 

Euro Chartanalyse

Seit der letzten Kommentierung konnte sich der Euro erholen und peilte die dicke Widerstansdzone um 1,137 bis 1,147 an. Hier nun der Kampf zwischen Bulle und Bär, wobei Letztere zu gewinnen scheinen. Wie angekündigt halte ich dieses Niveau für eine vernünftige Shortchance auf den EURO. Entsprechend wurde das Portfolio mittels kurz laufenden Treasuries bestückt. Ca. 11 % der Depotwertes. Das Ziel kann zunächst auf 1,106 und 1,08 taxiert werden. Die Situation würde sich erst bei Überschreiten der Handelszone der letzten 2 Wochen ergeben. Die laufende Pitchfork stellt im weiteren Verlauf ein gutes Hilfsmittel zum Stopmanagement dar.

Widerstand:   ~ 1,137 | ~ 1,147

Unterstützung:  ~ 1,106 | ~ 1,082 | ~ 1,071

EUR_13-04-2016w EUR_13-04-2016

Portfolio Umschichtungen

Die Kapitalmärkte sind in das neue Jahr mit deutlichen Kurseinbusen gestartet. Im Januar verloren sowohl die Aktienmärkte als auch die festverzinslichen Wertpapiere in Folge von Spreadausweitungen. Nur die sicheren Bundesanleihen sind gestiegen. Aufgrund diese Umstandes wurden folgende Transaktionen vorgenommen.

Die kurz laufenden Staatsanleihen wurde mit einem Gewinn von 0,45 % aufgelöst. Weitere Kursgewinne sind in dem Segment nur zu erwarten, wenn  extreme QE Maßnahme durch die EZB anstehen. Diese erwarte ich nicht und möchte lieber Liquidität vorhalten. Ein Teil wurde direkt in die gebeutelten Schwellenländer investiert. Der Kurs wird somit leicht verbilligt. In den jetzigen Preisen steckt eine Menge Pessimismus und die Erwartung stark steigender US-Zinsen, die vermutlich so nicht eintreten werden.

Des weiteren wurde die Aktienquote bei Kursen in der Nähe der Tiefststände vom Oktober letzten Jahres erhöht. In der Erwartung das eine Bodenbildung erfolgt wurde von der zusätzlich hohen Volatilität profitiert und ein Discount Zertifikat erworben, sowie ein Direktinvest in den DAX ETF. Eine Burteilung der chart technischen Lage erfolgt separat.

Portfoli-25-01-2016

Portfolio Kommentar Dezember

Das Jahr neigt sich dem Ende und 2015 war geprägt durch große Handelsspannen. Zunächst setzte sich am Jahresanfang der Zinsabwärtstrend geradlinig fort um dann sprunghaft anzusteigen. Die 10 jährige Bundesrendite bildete bei 1,05 % das Hoch und bei 0,05 % das Tief aus. Einmalig war wohl die Geschwindigkeit, die dabei an den Tag gelegt wurde. Nicht einmal 2 Monate hat es gedauert. Für 2016 rechne ich mit einer Seitwärtsphase, die tendenziell leicht aufwärts gerichtet ist. Ein großen Renditeanstieg würde ich Stand heute ausschließen. Nach unten hin dürfte jedoch auch keine große Bewegung mehr kommen, außer die EZB überrascht nochmals deutlich mit einer starken Ausweitung der QEs, wovon ich derzeit nicht ausgehe.

10Y_EURO_21-12-2015

Auch im Creditmarkt waren deutliche Bewegungen zu sehen. Die im letzten Jahr favorisierten Unternehmensanleihen (weiß) haben zu Jahresende hin stärker gelitten als Bankanleihen (rot). Die Linien zeigen Zinsaufschläge oder zu sicheren Anlagen wie Bundesanleihen. Die 20 BP Ausweitung auf 82 BP ist absolut nicht viel aber relativ gesehen doch ein Drittel der gesamten Rsikoprämie. Unverändert blieb die Finanzbranche, die im laufenden Jahr das Eigenkapital weiter erhöhte und durch Regularien „augenscheinlich“ besser für zukünftige Schocks gewappnet ist.

Spread_FIN_Corp_2Y_2015

Noch stärkere Ausschläge gab es im Junkbondmarkt. Hier dargestellt die Zinsdifferenzen zu risikolosen US-Treasuries für US-Unternehmen in Rot, welche eine hohe Gewichtung in ÖL/Gas Sektor haben. Aufgrund des rapide fallenden Ölpreises haben sich Bedenken über die Kreditqualität breit gemacht. Dies drückt sich in einem 50% höheren Spread als am Tiefpunkt aus. Die Europäischen Pedants haben sich im Vergleich besser gehalten, allerdings ist in beiden Kurven eine Bodenbildung/Trendwende ersichtlich. Im Jahr 2016 dürfte es trotz vernünftiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und weiterhin niedrigen realen Ausfallraten schwierig sein, den Anlegern so wenig Risikoprämie zu bieten damit die Spreads wieder rein laufen können. Positiv bleibt jedoch der Aspekt, dass die relativ hohen Kupons mögliche  Spreadausweitungen wahrscheinlich mit am Besten kompensieren werden.

HY_Spreads_21-12-2015

Die Anleihen der Schwellenländer treten ausgehend vom Jahresbeginn per Saldo auf der Stelle und dies auf hohem Niveau mit Blick auf die letzten 5 Jahre. Wobei unter jährig dennoch 100 BP Differenz zwischen Hoch und Tief liegen, was ordentliche 25 % Schwankung ausmacht. Die Emerging Markets hatten bereits 2014 einen schweren Stand und könnten sich bei leicht verbesserten Rohstoffmärkten wieder positiver entwickeln. Sollten Länder wie die Türkei, Brasilien, Russland und auch Australien sich wirtschaftlich stabilisieren, könnte es die Initialzündung für weitere Märkte geben. 4,5 % Zinsaufschlag  kompensieren mittlerweile die hohe Volatilität der Anlageklasse  wieder gut.

EM_spread-21-12-2015

Ähnlich volatil zeigte sich auch der Aktienmarkt, exemplarisch aufgezeigt durch den DAX. Mit dem Kursanstieg bis April ohne nennenswert Korrektur zeigt sich der „Betaindex“ von seiner besten Seite. Knappe 3000 Indexpunkte oder 32 % innerhalb von 4 Monaten ist Euphorie pur. Die etwas gemächlichere Korrektur bis die gesamten Kursgewinne wieder weg waren dauerte zwar 6 Monate, im historischen Vergleich jedoch immer noch jede Menge Holz. Zumal danach wieder eine 2000 Punkte Bewegung eintrat. Im Aktienmarkt könnten 2016 die Weichen neu gestellt werden. Zwar greift das Argument der Alternativlosigkeit zur Aktien weiterhin, allerdings nützt sich dies immer mehr ab. Denn das Bewertungsniveau ist mittlerweile allenfalls als fair zu bezeichnen. In Amerika sind die Gewinnmargen der Unternehmen auf einem so hohen Niveau, vom welchen früher oftmals Rezessionen/Korrekturen ausgingen. Sollte sich die Perspektive am Markt zu einer generellen Risikoaversion durch setzten, dürfte sich der Aktienmarkt schwer tun sich zu entziehen.

Dax_21-12-2015

Das Währungspaar EURO gegen USD zeigte im Gegensatz zu den andern Märkte eine relativ stabile Seitwärtsbewegung. Der „most crowded trade“ dollar long scheint etwas an Attraktivität verloren zu haben. Viele Marktteilnehmer erwarten weiterhin ein Test der Parität, aber meines Erachtens sollte der Rahm bereits weitgehend abgeschöpft sein. Handels gewichtet liegt der faire Wert bei ca. 1,20 und je weiter der Devisenkurs davon abweicht, desto größer dürften jeweils die pullbacks ausfallen. Die Chance das die Handelsspanne zwischen 1,20 und 1,04 (evtl Parität) intakt bleibt ist meines Erachtens groß.

EUR_21-12-2015

All die volatilen Bewegungen haben dem ALBI CONCEPT etwas zugesetzt. Die Entwicklung dieses Jahr ist nicht ganz zufrieden stellend. Derzeit steht ein Verlust von ca. 4 % zu Buche. Die erfolgreichen Trades in den Schwellenländern und das Dollar Engagement konnte die negative Entwicklung nicht aufwiegen. Der größte Treiber kam aus der stopp loss Auslösung in mitten der Griechenland Krise, siehe Kommentar von damals. Die damalige Ungewissheit in Verbindung mit meiner Abwesenheit in der heißen Phase hat leider ein großes Performance Loch gerissen. Das Chance-Risikoprofil war mir mit Blick auf die Produktklarheit zu schlecht um wieder auf den zinssensitiven Anleihenmarkt auf zuspringen. Damit einher geht ein kleiner Strukturbruch in der Anlagestrategie. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass auf die nächsten Jahre kein Geld mehr zu verdienen ist, wenn nicht in risikobehaftete Anlagen investiert wird.

Performance_12-2015

Konzeptionell habe ich eine erste Anpassung mittlerweile vorgenommen. Die weitere Umsetzung steht dann in 2016 aus. Die Schwierigkeit besteht darin, ohne wirkliches Risikopolster in die Anleihen zu investieren, die negativ rentieren und auch noch die Zertifikategebühr von knapp 1 % zu verdienen. Dies geht wahrscheinlich nur über verstärkte Nutzung von Opportunitäten und über die Inkaufnahme einer höheren Portfoliovolatilität. Die Risikoprämien zum Beispiel in den Unternehmensanleihen und den Schwellenländer (siehe untere Aufstellung) können nur über den Zyklus hinweg erwirtschaftet werden. Heißt die Kuponerträge  können nur vereinnahmt werden, wenn dauerhaft investiert wird. Zukünftig wird die Konzentration im Portfolio erhöht, also in weniger Positionen investiert und die dafür aber höher gewichtet. Als Beispiel kann hier die Position long NOK / short EUR dienen. Hier habe ich eine hohe Konfidenz, dass sich der Devisenkurs  wieder im langfristigen Mittel einpendeln wird.

Portfolio_12-2015

Verlauf_12-2015

Derzeit liegt das ALBI Concept hinter der Benchmark der Inflationsrate zurück. Diese ist seit dem Start  zwar ebenfalls leicht rückläufig (-0,05%), aber das Ziel ist klar auf 3 Jahre formuliert und soll auch entsprechend positive Performance generieren.

 

Portfoliokauf

Im Markt ist eine leichte Änderung hin zum „Risk on Modus“ zu verspüren. Ich habe 700.000 Euro auf 4 Positionen verteilt investiert. Die Aufstockung betrifft hauptsächlich die Credit-Seite und die Schwellenländer. Die Norwegische Krone ist zu schnell gelaufen, ich möchte hier in Rückschläge die Position deutlich aufstocken. Auch im Aktienmarkt wird der nächste Kursrückgang zur Positionsvergrößerung genutzt, wenn er denn kommt.

Portfoliokauf

Ich habe spanische Anleihen leicht aufgestockt, da ich mit einer Beruhigung der Märkte in Spanien rechne. Der CDS liegt am oberen Ende der Tradingrange. Nach der abgeschlossenen Wahl sollte sich die Unsicherheit vermindern. Ich greife der Entwicklung vor und stocke um 3 % auf.

Spain_CDS-25-09-2015

Ebenso werden die arg gebeutelten Schwellenländer erhöht. Mittlerweile sollte genug Risikoprämie in den Kursen enthalten sein um bei einem Übergang in Normalität entsprechend zu partizipieren. Alleine schon aus den Kupons dürfte eine positive Ertragserwartung gegeben sein.  Auch hier werden ca. 3 % des Depotvolumens investiert.

EM_spread-25-09-2015

 

Portfoliokauf

Wie angekündigt möchte ich Exposure in Norwegen aufbauen. Die Zinssenkung heute hat die Devise ordentlich unter Druck gebracht. Der Kurs steigt derzeit auf 9,48 und ist in den Bereich der letzten Trendumkehr eingedrungen. Die Position von ca. 4 % des Depotwerts wird antizyklisch gekauft. Die Abblidung wird über einen ETF vorgenommen soll eine Zielgröße über 10 % erlangen.

EUR_NOK_24-09-2015

Auch im Dax geht es heiß her. Das letzte Tief aus August wird derzeit getestet. Um einen Fuß in der Tür zu haben, wurde die erste Position mittels eines Discount Zertifikats eingegagnen. Das Risikoprofil wird durch die hohen Volatilitätsprämien verbessert. Dem maximalen Ertrag von 7 % steht ein Discount von ca. 6 % entgegen. Das Laufzeitende ist der  19.02.2016. Die Gefahr, dass der Dax nochmals ein paar hundert Punkte abgibt ist ziemlich hoch. Sollte es zu einem weiteren Ausverkauf kommen, wird in einen ETF mit direkter Partizipation investiert.

Dax_24-09-2015

Alle Transaktionen sind wie immer transparent auf der wikifolio Seite zu begutachten. Die Cashqoute wurde somit auf 53 % gesenkt. Auf der watchlist ganz oben sind derzeit noch die lokalen Schwellenländer Anleihen, die meines Erachtens mittlerweile mit einer interessanten Bewertung aufwarten.

BIZ-Analyse: EZB-Anleihekäufe tragen zu Liquiditätsmangel am Rentenmarkt bei

Die LBBW hat mittels BIZ Daten die Liquiditäts Situation am Rentenmarkt analysiert. Diese Analyse erklärt gut warum meine Zinspositionen – wie hier beschrieben – mit absolut schlechten Preisen mittels Stopp loss herausgeflogen sind.

BIZ-Analyse: EZB-Anleihekäufe tragen zu Liquiditätsmangel am Rentenmarkt bei

Tatsächlich haben sich die langfristigen EUR-Swapsätze bzw. die Renditen langlaufender EUR-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen trotz der heftigen Marktturbulenzen
im Zuge der China-Sorgen an einer Mehrzahl der Handelstage in moderaten Spannen bewegt. Dies scheint eine Abkehr von dem extrem volatilen Zinsmarktumfeld
des Frühjahrs zu bestätigen. Einzelne Vola-Spitzen, wie am 25. August und dann erneut in
der laufenden Woche, als die Rendite 10-jähriger Bunds untertägig ohne überzeugenden fundamentalen Auslöser um mehr als 10 Bp anstieg, erinnern gleichwohl an die zwischen April und Juni zu beobachtenden Muster. Diese Vola-Spitzen rufen den Einflussfaktor nachlassende Marktliquidität auf die Entwicklung am Rentenmarkt eindrücklich zurück in Erinnerung. Wie wir in unserer Blickpunkt-Studie vom 21. Mai dargelegt haben („Verdurstet der Rentenmarkt in einem Meer aus Liquidität?“), dürften verschärfte regulatorischen Anforderungen für Banken und andere Finanzintermediäre in Folge der Finanzkrise ein Hauptauslöser für sinkende Marktliquidität sein. Strengere Kapitalvorschriften haben
etwa dazu geführt, dass Bond-Dealer nicht mehr im gewohnten Umfang Anleihebestände (Inventories) halten. Zudem müssen als sicher eingestufte Wertpapiere verstärkt zur Unterlegung von Risiken genutzt werden, was sie ebenfalls dem Handelskreislauf entzieht.
Eine Analyse der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Rahmen ihres jüngsten Quartalsberichts deutet aber darüber hinaus daraufhin, dass die EZB mit
ihrem QE-Programm ebenfalls einen Beitrag zur Reduzierung der Marktliquidität geliefert hat. Durch ihre Anleihekäufe entzieht die Notenbank dem Handelskreislauf
permanent Material und sorgt somit für eine Angebotsverknappung. Dies geschieht in einer Situation, in der das Nettoangebot an EUR-Staatsanleihen am Primärmarkt aufgrund der fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen im Sinken begriffen ist. Für den
deutschen Staatsanleihemarkt gilt dies im Besonderen, denn das Nettoemissionsvolumen des Bundes bewegt sich im laufenden Jahr nahe Null. Per Ende August hatte die EZB bereits deutsche Anleihen (Bunds und Agencies) im Volumen von 68 Mrd. Euro im Bestand, und damit rund 8 % des derzeit für das QE-Programm in
Frage kommenden Volumens.

Ultra-Langläufer zeigen deutlichste Zeichen für Liquiditätsengpässe
Die BIZ-Analyse zieht als Maßstab für die Liquidität am Rentenmarkt zum einen die Geld-Brief-Spannen deutscher Benchmarkanleihen und zum anderen die Markttiefe,
gemessen als unmittelbar verfügbares Handelsvolumen zum besten Ausführungspreis, heran. Für beide Liquiditätsmaße zeigen die Daten, dass sich die Marktliquidität beginnend mit der Ankündigung des QE-Programms der EZB zu Jahresbeginn 2015 im Verlauf des ersten Halbjahrs verschlechtert hat. Am auffälligsten ist diese Entwicklung aus ansteigenden Geld- Brief-Spannen (siehe obere Grafik) und abnehmender Markttiefe (siehe mittlere Grafik) für ultra-langlaufende Bundesanleihen. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass die in den vergangenen Monaten aufgetretenen Vola-Spitzen bei den ultra-langfristigen EUR-Zinsen mit Abstand am stärksten ausgefallen sind – mithin auch kongruent zu den auf deutlich erhöhten Niveaus verweilenden impliziten Volatilitäten in diesem Segment der Vola-Oberfläche.

BIZ_Liquiditätsanalyse2015-09-18

Ausweitung des QE-Programms würde Risiko weiterer Vola-Spitzen erhöhen
Die Perspektive einer nochmaligen Ausweitung des QEProgramms, welche EZB-Chef Draghi am 3. September für den Fall eines sich verschlechternden Inflationsausblicks
in Aussicht gestellt hat, ist für den EURRentenmarkt vor diesem Hintergrund ambivalent. Auf der einen Seite würde eine Ausweitung des Programms nach den Erfahrungen mit der „ersten Runde“ die Kurse vor allem in der Anfangsphase auf breiter Front beflügeln – Vorzieheffekte in Reaktion auf erste konkrete Indikationen auf eine Ausweitung  eingeschlossen. Auf der anderen Seite dürfte eine Ausweitung des QEProgramms die bestehenden Liquiditätsengpässe am Rentenmarkt verschärfen. Dies gilt u.E. vor allem für die Option einer (deutlichen) Anhebung des monatlichen Kaufvolumens, während eine zeitliche Verlängerung des QE-Programms vor allem auf mittlere Sicht für eine zusätzliche Anspannung der Liquiditätslage sorgen dürfte. Vola-Spitzen am EUR-Zinsmarkt könnten in diesem Fall sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrem Ausmaß noch zunehmen. Dies gilt insbesondere in einem Marktumfeld, in welchem gleichzeitig die USNotenbank auf einen Pfad der Normalisierung ihrer Geldpolitik einschwenkt.

Quelle: LBBW Research

Portfolio Umschichtungen

Das Portfolio wird auf weniger Zins sensible Anlage konzentriert. Um den soliden Kern zu stärken wird der ETF Capped 5,5Y auf Staatsanleihen höher gewichtet. Die Anleihen auf herkömmliche Unternehmensanleihen und Financials werden verkauft. Diese werden ersetzt durch Hochzinsanleihen. Leider gibt es in Wikifolio keinen der auf direkt Finanzwerte setzt, welche derzeit mit am attraktivsten erscheinen. Deshalb wird über den diversifizierten Euro High Yield  Markt abgebildet, der zumindest einen hohen Anteil besitzt. Auch die Anleihen im Grenzsegment BBB / BB sollten Rendite pickups bei begrenzten Durationsrisiko bringen. Spanien wird auf die watchlist gesetzt. Auch die norwegische Krone kommt wieder auf die Agenda, das Investitionstiming muss noch berücksichtigt werden. Somit sieht das Kernportfolio bei hälftiger Umsetzung folgendermaßen aus:

Portfolio_08-2015

Geplant sind weiterhin long Positionen in EUR/USD je nach Chart technischem Signal und bei sich abzeichnender Bodenbildung eine Spekulation auf einen steigenden Ölpreis. Dazu dann mehr Informationen bei Gelegenheit.

Verlauf und Portfoliodaten und Performance:

Verlauf_08-2015

Depot_08-2015

Performance_08-2015

 

Portfolio Kommentar August

Wie angesprochen, wird heute nach der Sommerpause der Zinsmarkt und der Verlauf des ALBI Concepts kommentiert.

Der Anleihenmarkt, abgebildet durch die Bundesrendite, ist in den letzten Monaten deutlich unter die Räder gekommen, um dann von einem Niveau von nahezu Null Prozent auf 1 % zu steigen. Dies löste einige Kursverluste aus. Die noch im März verlängerte Duration (long Positionen in Anleihen sind im Chart grün gekennzeichnet) konnte rechtzeitig im April mit gutem Gewinn abgebaut werden (rot markiert). Der anschließende Renditeanstieg wurde dann zum Positionsaufbau genutzt, in der Erwartungshaltung, das die Zinswende noch nicht vollständig vollzogen wurde. Mit dem massiven Anstieg der Rendite wurde jedoch ein starker Sentimentwechsel hervorgerufen. Bei ca. 1 % in den Bunds wurden Kursziele erreicht, die für mich einen weiteren Positionsaufbau gerechtfertigt haben. Das Timing im Kauf war dann auch nicht so schlecht. Mit Zuspitzung der Griechenland Krise nahm jedoch die Volatilität deutlich zu. Da ich meinen Risikoansatz treu bleiben wollte und die Positionen längere Zeit nicht überwachen konnte, habe ich mich entschlossen, harte stop loss Limite zu setzen. Diese wurde dann auch ziemlich schnell ausgelöst , da die Geld / Briefspannen immer größer wurden.  Eine Situation die in Krisen eben auftritt. Wie im Chart zu sehen ist, wurde die letzten ETF Position am 11. Juni mit 170,69 gekauft um dann bei tieferen Future Kursen am 02.07. zu 167,94 verkauft zu werden. Somit wurde ich dann etwas unglücklich aus gestoppt. Der Cashquote lag somit bei 80 %.

10Y_EURO_14-08-2015

Bei der Frage nach der zukünftigen Portfolio Allokation spielt natürlich das zukünftige Zinsniveau eine wichtige Rolle. Das Szenario eines Test der Tiefstände habe ich ja bereits verworfen. Der massive Kaufdruck hat am Markt nachgelassen und Sicherungspositionen über der Futuremarkt haben deutlich zugenommen. Anleihen im Kassamarkt werden nach meinen Beobachtungen aber dennoch kaum verkauft. Die EZB ist ja  weiterhin aktiv. Allerdings werden die Zins auch nicht in den Himmel wachsen. Der Inflationsdruck hat mit sinkenden Rohstoffpreisen wieder deutlich nachgelassen und die Störsignale aus China lassen derzeit auch nicht auf üppiges Wachstum schließen. Berechnungen der LBBW zeigen, das bei konstanten (niedrigem) Bund/Peripherie Spread schon bei Zinsen von 2 % (10Y Bund) bereits massive Probleme für die Haushalte von Italien und Spanien entstehen.  Die Bundesrendite wird meines Erachtens „lower for longer“ bleiben. Allerdings mit hohen Ausschlägen. Bandbreiten von 0,5 % bis 1 % im Bund in den nächsten 12 Monaten lassen deutliche Kursveränderungen bei absolut niedrigen Erträgen unattraktiv erscheinen. Die Strategie kann mit einem überwiegend konservativen Ansatz, wie ich ihn immer verfolgt habe, so nicht mehr ertragreich umgesetzte werden.

Deswegen möchte ich die Rendite zukünftig mehr über den Bonitätspread vereinnahmen. Die Barbell Strategie, also die Kombination aus sicheren Anleihen und Anlagen mit schlechter Qualität  wird noch intensiver gewichtet. Zusätzlich muss noch mehr aus den aktiven Trades kommen, die bislang weniger genutzt wurden. Die Volatilität nimmt dadurch zu. Dies ist die Konsequenz aus verändertem Marktverhalten und Anspruch auf absolute Erträge. Das Risiko liegt in der Gefahr, sich zu weit von dem konservativen Ansatz zu entfernen. Das Portfolio soll weiterhin Anleger ansprechen, die keine offensive Anlagestrategie wünschen und lässt anderen Marktteilnehmern diesen Zweig. Des weiteren wird versucht im Universum des Wikifolios geeignete Anlagen zu finden, um meine Ideen bestmöglich umzusetzen, was leider oftmals an Grenzen stößt.