BIZ-Analyse: EZB-Anleihekäufe tragen zu Liquiditätsmangel am Rentenmarkt bei

Die LBBW hat mittels BIZ Daten die Liquiditäts Situation am Rentenmarkt analysiert. Diese Analyse erklärt gut warum meine Zinspositionen – wie hier beschrieben – mit absolut schlechten Preisen mittels Stopp loss herausgeflogen sind.

BIZ-Analyse: EZB-Anleihekäufe tragen zu Liquiditätsmangel am Rentenmarkt bei

Tatsächlich haben sich die langfristigen EUR-Swapsätze bzw. die Renditen langlaufender EUR-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen trotz der heftigen Marktturbulenzen
im Zuge der China-Sorgen an einer Mehrzahl der Handelstage in moderaten Spannen bewegt. Dies scheint eine Abkehr von dem extrem volatilen Zinsmarktumfeld
des Frühjahrs zu bestätigen. Einzelne Vola-Spitzen, wie am 25. August und dann erneut in
der laufenden Woche, als die Rendite 10-jähriger Bunds untertägig ohne überzeugenden fundamentalen Auslöser um mehr als 10 Bp anstieg, erinnern gleichwohl an die zwischen April und Juni zu beobachtenden Muster. Diese Vola-Spitzen rufen den Einflussfaktor nachlassende Marktliquidität auf die Entwicklung am Rentenmarkt eindrücklich zurück in Erinnerung. Wie wir in unserer Blickpunkt-Studie vom 21. Mai dargelegt haben („Verdurstet der Rentenmarkt in einem Meer aus Liquidität?“), dürften verschärfte regulatorischen Anforderungen für Banken und andere Finanzintermediäre in Folge der Finanzkrise ein Hauptauslöser für sinkende Marktliquidität sein. Strengere Kapitalvorschriften haben
etwa dazu geführt, dass Bond-Dealer nicht mehr im gewohnten Umfang Anleihebestände (Inventories) halten. Zudem müssen als sicher eingestufte Wertpapiere verstärkt zur Unterlegung von Risiken genutzt werden, was sie ebenfalls dem Handelskreislauf entzieht.
Eine Analyse der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) im Rahmen ihres jüngsten Quartalsberichts deutet aber darüber hinaus daraufhin, dass die EZB mit
ihrem QE-Programm ebenfalls einen Beitrag zur Reduzierung der Marktliquidität geliefert hat. Durch ihre Anleihekäufe entzieht die Notenbank dem Handelskreislauf
permanent Material und sorgt somit für eine Angebotsverknappung. Dies geschieht in einer Situation, in der das Nettoangebot an EUR-Staatsanleihen am Primärmarkt aufgrund der fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen im Sinken begriffen ist. Für den
deutschen Staatsanleihemarkt gilt dies im Besonderen, denn das Nettoemissionsvolumen des Bundes bewegt sich im laufenden Jahr nahe Null. Per Ende August hatte die EZB bereits deutsche Anleihen (Bunds und Agencies) im Volumen von 68 Mrd. Euro im Bestand, und damit rund 8 % des derzeit für das QE-Programm in
Frage kommenden Volumens.

Ultra-Langläufer zeigen deutlichste Zeichen für Liquiditätsengpässe
Die BIZ-Analyse zieht als Maßstab für die Liquidität am Rentenmarkt zum einen die Geld-Brief-Spannen deutscher Benchmarkanleihen und zum anderen die Markttiefe,
gemessen als unmittelbar verfügbares Handelsvolumen zum besten Ausführungspreis, heran. Für beide Liquiditätsmaße zeigen die Daten, dass sich die Marktliquidität beginnend mit der Ankündigung des QE-Programms der EZB zu Jahresbeginn 2015 im Verlauf des ersten Halbjahrs verschlechtert hat. Am auffälligsten ist diese Entwicklung aus ansteigenden Geld- Brief-Spannen (siehe obere Grafik) und abnehmender Markttiefe (siehe mittlere Grafik) für ultra-langlaufende Bundesanleihen. Dies deckt sich mit der Beobachtung, dass die in den vergangenen Monaten aufgetretenen Vola-Spitzen bei den ultra-langfristigen EUR-Zinsen mit Abstand am stärksten ausgefallen sind – mithin auch kongruent zu den auf deutlich erhöhten Niveaus verweilenden impliziten Volatilitäten in diesem Segment der Vola-Oberfläche.

BIZ_Liquiditätsanalyse2015-09-18

Ausweitung des QE-Programms würde Risiko weiterer Vola-Spitzen erhöhen
Die Perspektive einer nochmaligen Ausweitung des QEProgramms, welche EZB-Chef Draghi am 3. September für den Fall eines sich verschlechternden Inflationsausblicks
in Aussicht gestellt hat, ist für den EURRentenmarkt vor diesem Hintergrund ambivalent. Auf der einen Seite würde eine Ausweitung des Programms nach den Erfahrungen mit der „ersten Runde“ die Kurse vor allem in der Anfangsphase auf breiter Front beflügeln – Vorzieheffekte in Reaktion auf erste konkrete Indikationen auf eine Ausweitung  eingeschlossen. Auf der anderen Seite dürfte eine Ausweitung des QEProgramms die bestehenden Liquiditätsengpässe am Rentenmarkt verschärfen. Dies gilt u.E. vor allem für die Option einer (deutlichen) Anhebung des monatlichen Kaufvolumens, während eine zeitliche Verlängerung des QE-Programms vor allem auf mittlere Sicht für eine zusätzliche Anspannung der Liquiditätslage sorgen dürfte. Vola-Spitzen am EUR-Zinsmarkt könnten in diesem Fall sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrem Ausmaß noch zunehmen. Dies gilt insbesondere in einem Marktumfeld, in welchem gleichzeitig die USNotenbank auf einen Pfad der Normalisierung ihrer Geldpolitik einschwenkt.

Quelle: LBBW Research

Gold Fakten

Der Goldpreis ist so stark gefallen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Insgesamt gab es 7 Korrekturen seit 2001 mit unterschiedlichem Ausmaß…

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…ausgelöst hauptsächlich durch vermehrte Rückgaben durch ETFs. Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau findet derzeit statt….

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…Die Angebotsseite ist seit Jahren stabil mit wenigen neuen Goldvorkommen…

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…gleichzeitig mit die Menge an recyceltem Gold seit 2009 ständig ab…

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…die Nachfrage von Konsumenten und Industrie bleibt weiterhin hoch…

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…und die Zentralbanken haben weiterhin ein schlechtes Timing…

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…regional bilden Indien und China die größten Nachfrager im Gold…

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…und planen zukünftig auch mindestens auf diesem Niveau zu investieren…

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…wobei Indien derzeit noch eine Einfuhrbeschränkung inkl Besteuerung hat (vermutlich wird es dieses Jahr eine Änderung mit Wahlsieger Modi geben)…

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…welche sich auf den lokalen Goldmarkt mit Aufschlägen ausdrückt…

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…spekulative Anleger haben Ihre hohe Quote im Gold deutlich zurück gefahren und der Druck aus den Shortpositionen nimmt allmählich ab…

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…als Ergebnis geht die Nettolongposition von den Höchstständen zurück und das bullishe Sentiment ist stark bereinigt…

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…die Konsens-Schätzungen sind vorsichtig mit breiter Spanne (hohe Unsicherheit)…

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…was zu dem Ergebnis führt, dass der Markt bereinigt ist um Spekulaten, hohen Erwartungen und zu hohen Bewertungen.

Die Frage die sich langfrisitge Investoren stellen sollten, ist nicht wie hoch der Goldpreis steigen kann !

Sondern sich ein Bild des derzeitigen Umfelds mit der Fragestellung machen: Wie weit kann Gold nachhaltig fallen und ab welchen Niveau wird es für Investment interessant.

Hierauf kann der nächste Chart Ansätze bieten. Preise unter 1000 USD stellen Mienenbetreiber unter Druck das Angebot zu reduzieren, aufgrund der Produktionskosten. Schon unter 1200 USD dürfte Konsolidierungsdruck in den Markt kommen.

Risiken für Gold bleiben weiterhin in Form von kurzen und schnellen Kursveränderungen vorhanden. Solange die anderen Assetklassen mit Liquidität geflutet werden und das wirtschaftliche Umfeld stabil bleibt, nimmt die Attraktivität an Gold als Versicherung ab.

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…Angemerkt sei noch, dass es sich lohnt die Bodenbildung abzuwarten. Denn es ist genug Zeit und Potential vorhanden, sich zu positionieren und vom neuen Trend zu partizipieren. Nach Tiefständen stieg der Goldpreis in Durchschnitt zum nächsten signifikanten Hoch jeweils um 228 %.

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Quelle: World Gold Council und eigene Recherchen

Tapering in Europa als Vorbild für die USA?

Dr. Martin W. Hüfner (Bild), Chefvolkswirt der Investment-Boutique Assenagon, vergleicht in seinem neuesten Kommentar der Liquiditätsentwicklung in den USA und im Euroraum. Denn selten war die monetäre Gemengelage diesseits und jenseits des Atlantiks so unterschiedlich wie jetzt. In den USA steigt die Geldmenge (gemessen an der Bilanzsumme der Zentralbank) stark an. Seit Mitte vorigen Jahres hat sie sich um 40 Prozent erhöht. In Europa geht sie dagegen drastisch zurück. In der gleichen Zeit hat sie sich um 800 Milliarden Euro oder rund  25 Prozent verringert (siehe Grafik).

Gleichzeitig gibt es in den USA Ängste, dass die Verringerung der Wertpapierkäufe der Zentralbank (Tapering) erhebliche Rückwirkungen auf die Finanzmärkte und auf die Volkswirtschaft insgesamt haben könnte. Daher hat die FED den Beginn des Taperings erst einmal verschoben.

Umgekehrt hat die Rückführung der Liquidität in Europa keine sichtbaren Auswirkungen gehabt. Weder hat sich die Aktien-Hausse verringert. Sie ist in den letzten Monaten sogar kräftiger als in den USA gewesen. Noch sind die Kapitalmarktzinsen stärker gestiegen. Die eu-ropäischen Sätze haben sich lediglich als Folge der Tapering-Diskussion in den USA etwas erhöht, aber wesentlich weniger als in den USA selbst. Auch die Konjunktur und der Arbeitsmarkt wurden durch die Rückführung der Liquidität nicht belastet.

Wie passt die alles zusammen, fragt sich Hüfner. Kann man aus den europäischen Erfahrungen schließen, dass der Zusammenhang zwischen der Liquiditätsversorgung und den volkswirtschaftlichen Marktdaten doch nicht so eng ist, wie es die üblichen Korrelationen suggerieren, sind also die Ängste vor dem Tapering in den USA übertrieben? Hüfners Antwort ist ein „Ja“ und „Nein“.

Zunächst sei zu bedenken, dass es in Sachen Liquidität und Geldmenge erhebliche Unterschiede zwischen den USA und Europa gebe. Man könne daher die europäische Entwicklung nicht so einfach über die USA übertragen.

Drei Dinge spielten eine Rolle

Erstens war die Verringerung der Geldmenge in Europa anders als den USA kein geldpolitischer Kurswechsel. Sie beruhte vielmehr auf der Initiative der Banken, die Kredite im Rahmen des LTRO (Longer Term Refinancing Operation) vorzeitig zurückzuzahlen. Es ist sogar zu vermuten, dass das der EZB angesichts der schwachen Konjunktur und der Probleme in der Währungsunion gar nicht ganz recht war. In jedem Fall hat sie versucht, mögliche negative Wirkungen der Geldmengenverringerung aufzufangen. Dies geschah durch zwei Zinssenkungen, durch die „Forward Guidance“ (= das Versprechen, die Leitzinsen auf absehbare Zeit niedrig zu halten) und durch den Hinweis, dass es ein neues LTRO-Programm geben könnte. Zweitens operiert die EZB nicht wie die FED direkt am Markt. Damit beeinflusst sie auch nicht die Kapitalmarktzinsen. Wenn dagegen die Fed ihre Wertpapierkäufe verringert, gibt es weniger Nachfrage nach Bonds. Die Zinsen müssen automatisch steigen. Das „Tapering in Europa“ ist kapitalmarktschonender. Drittens ist in Europa nur das tatsächliche Zentralbankgeld zurückgeführt worden, nicht aber die Liquidität im Sinne der jederzeitigen Verfügbarkeit von Geld. Die EZB hat den Banken im Gegenteil ausdrücklich zugesichert, dass sie alle Tender voll zuteilen würde, die Banken also weiter Geld zu praktisch Nullzinsen bekommen können. Das wäre in den USA beim Tapering nicht der Fall. Wenn die Federal Reserve keine Wertpapiere mehr kauft, bekommen die Banken weniger Mittel. Insofern ist die amerikanische Politik einschneidender.

Situation in den USA ist anders

Es sei daher kaum zu erwarten, so Hüfner, dass das Tapering in den USA am Ende ebenso ein „Non-Event“ wie in Europa sei. Andererseits sollte man die Erfahrungen der EZB aber auch nicht ganz vom Tisch wischen. Der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Aktienkursen und Bonds-Zinsen sei nicht festgemauert. Es könne gelingen, die Liquidität zu verringern, ohne die Märkte in Unordnung zu bringen. Das zeige auch die Erfahrung der letzten großen Restriktionsperiode 2004/2006 in den USA, als die massiven Zinserhöhungen die Märkte kaum tangierten.

Kommunikation der FED-Poltiik ist Yellens vornehmste Aufgabe

Wichtig sei allerdings, dass die Notenbank dabei klug agiert. Sie müsse den Märkten die Ängste nehmen und klar machen, dass sie die Geldpolitik zwar normalisieren, diese aber nicht restriktiv gestalten wolle. Sie müsse zeigen, dass auch sie kein Interesse daran habe, dass Aktienkurse und/oder Bonds-Preise zusammenbrächen. Die Märkte würden – im Gegenteil nach Abschluss des Tapering gesünder dastehen, weil sie dann weniger von Liquidität und mehr von fundamentalen Faktoren getrieben würden. Das zu erklären, werde die Aufgabe der neuen FED-Chefin Janet Yellen sein.

Was bedeutet das für den Investor?

Hüfner: „Nach den Erfahrungen in Europa halte ich die Befürchtungen hinsichtlich des Tapering in den USA für übertrieben. Die Verringerung des Zuwachses an Liquidität muss nicht zu einem Blutbad an den Märkten führen. Voraussetzung ist freilich eine gute Kommunikation. Daher halte ich nach wie vor an der Erwartung fest, dass die Fed unabhängig von allen Konjunkturdaten mit dem Tapering erst dann beginnen wird, wenn der Chefsessel neu besetzt ist.“ Die neue Präsidentin sei die Einzige, die den Märkten die notwendige Führung („Guidance“) geben könne. Das ungeduldige Warten der Märkte auf das Tapering in diesen Wochen mute etwas merkwürdig an. Jeder wisse inzwischen, dass die Wirtschaft robust genug sei, um auch mit weniger Liquidität auszukommen, meint Hüfner abschließend.

IM_Liquiditätsentwicklung_20-11-2013

 

 

Quelle: Institutional Money

Apple und die Frage des Geldes

In diesen Tagen besorgte sich Apple frisches Geld an der Börse.
17 Millarden Dollar !                    
Da stellte sich mir spontan die Frage warum und wofür ?
Einige Antworten liefert der unten stehende Artikel. Allerdings:

Steht Apple tatsächlich vor einem Umbruch mit normalem Wachstum. Denn nur so kann ich mir dieses riesen Ablenkungsmanöver erklären. Der Kapitalmarkt wird besänftigt weil die Innovation der Produkte nachlässt, die Marge schrumpft und die Marke den „hippen“ Touch verliert. Klar ist – jedes Unternehmen steht vor Wachstumsgrenzen und wird irgendwann zum Value Stock. Aber warum ist das bei Apple so ein großes Thema, evtl weil der Value schwierig einzuschätzen ist wenn ein Technologieunternehmen seine Marktposition verliert. Insofern wird es interessant werden ob Apple wieder eine Überraschung aus dem Hut zaubern kann.

Der Markt hat zumindest vorab eine Entscheidung gefällt. Der Kursverlauf  in Form einer Fahnenstange wurde  zu 50 % korrigiert .

Apple_03-05-2013

 

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Neuer Emissions-Rekord: Apple holt sich mit „iBonds“ 17 Milliarden Dollar

US-Technologie-Gigant Apple hat zur Finanzierung von Aktienrückkäufen und höheren Dividenden Anleihen in einem Rekord-Volumen auf den Markt gebracht. Wie Apple am Mittwoch bestätigte, hat das Unternehmen mit der Ausgabe von Anleihen 17 Milliarden US-Dollar eingenommen – damit brach der US-Technologieriese den Rekord des Schweizer Pharmaunternehmens Roche, das sich vor rund vier Jahren etwa 16,5 Milliarden US-Dollar geliehen hatte. Laut Dokumenten der US-Börsenaufsicht SEC bot Apple am Dienstag sechs verschiedene Anleihetypen – vier mit fester und zwei mit variabler Verzinsung – mit einer Laufzeit von drei bis 30 Jahren an.

Anleihen sind steuerlich günstiger

Grund für die Ausgabe der „iBonds“ ist, dass ein Großteil der gigantischen Bargeldreserven in Höhe von 145 Milliarden US-Dollar auf ausländischen Konten liegt. Eine Rückführung von Milliardenbeträgen in die USA wäre das Unternehmen aus steuerlichen Gründen teuerer gekommen als eine Anleihenausgabe. Zudem profitiert Apple von äußerst niedrigen Zinsen: Der Konzern muss für die dreijährigen Anleihen nur einen Satz von 0,45 Prozent bzw. für die 30-jährigen Anleihen 3,85 Prozent zahlen.

Dividendenerhöhung nach Gewinnrückgang

Apple musste in der Vorwoche erstmals seit zehn Jahren einen Gewinnrückgang hinnehmen. Um das Vertrauen seiner Aktionäre zurückzugewinnen, genehmigte der Vorstand eine Dividendenerhöhung um 15 Prozent auf 3,05 US-Dollar pro Aktie. Das Unternehmen verlautbarte außerdem, dass man bis Ende September 2015 Aktien im Wert von 100 Milliarden US-Dollar zurückkaufen wolle – das sind 55 Milliarden US-Dollar mehr als im Vorjahr angekündigt.

Quelle: http://www.institutional-money.com

Interview mit dem Weihnachtsmann

Bei seinem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz konnten das LBB-Floor Research (LBB-FR) mit etwas Glück und unter Beihilfe einiger Becher Glühwein ein kurzes Interview mit dem Weihnachtsmann führen. Er gewährte uns dabei interessante Einblicke in die Welt der Politik und Zentralbanker. Wir fühlen uns verpflichtet, dieses – allerdings nicht-autorisierte Interview – an Sie weiterzuleiten:
LBB-FR: Lieber Weihnachtsmann (WM), fangen wir mit einer generellen Frage an: Wie ist denn so die Stimmung in diesem Jahr verglichen mit Ende 2011?
WM: Na ja zunächst mal, der Winter kam früh und das ist natürlich immer gut für mich, meinen Schlitten und die Rentiere. Jeder klagt über Klimaerwärmung, doch angesichts des frühen Schnees bin ich zufrieden. (Dabei schaut er selig lächelnd auf die dampfende Tasse Glühwein, in die er sich noch einen Schuss Klaren hat einschenken lassen).
LBB-FR: Ja und sonst? Wie ist die Stimmung so bei den Kunden? Die waren doch  im letzten Jahr eher depressiv gestimmt.
WM: Och da ist alles schick. Kann`s selber kaum glauben, aber ich muss ja auch nicht immer alles verstehen. (Und er beugte sich geheimnisvoll über den Glühwein zu uns rüber). Also die Merkel zum Beispiel, die ist in absoluter Hochstimmung und hat noch nicht einmal einen Wunschzettel. Ich glaube sie verwechselte das Ergebnis bei der Wiederwahl auf dem Parteitag in Hannover schon mit dem Wahlergebnis der Bundestagswahlen im nächsten Jahr. Dazu hat sie sich richtig mit Mario von der EZB angefreundet. Halt ich persönlich für riskant – einmal Goldman immer Goldman und dazu Italiener (und hier konnte der Weihnachtsmann nur noch flüstern). Da fragte mich der Draghi doch tatsächlich, ob ich nicht meine schönen Rentiere als Collateral  gegen Cash bei ihm einliefern wolle. Er meinte, so könnte ich die Geschenke direkt bar bezahlen und müsste nicht anschreiben lassen. Er würde auch kaum einen Haircut fordern. Hab ich natürlich abgelehnt. Man kann den Tieren doch im Winter nicht das Fell scheren, das sollte doch auch ein Italiener wissen. Also habe ich mich höf-lich verabschiedet, aber so ganz hab ich nicht verstanden was er wollte. (Und wieder beugte er sich vor) Auf dem Weg aus dem EZB Tower traf ich im Treppenhaus dann übrigens diesen Spanier, den Rajoy. Der faselte auch irgendwas von Haircuts, und dass sich Mario mal nicht so anstellen solle, es wäre doch eh alles nur Papiergeld.
LBB-FR: (Hier hakten wir ein) Gab`s irgendwas Konkretes von Rajoy? Sagte er was dazu, wie er die spanischen Regionen refinanzieren kann?
WM: Nö, er wollte irgendwie nicht recht rausrücken, aber hier hab ich einen Wunschzettel (er zieht aus der Tasche einen handbeschriebenen Zettel hervor und versucht zu lesen): Molto Grazie Babbo Natale…. Grazie per la vittoria alle elezieoni parla-mentari di febbraio 2013.
LBB-FR: Halt, das ist doch italienisch, und nicht spanisch. Und das ist doch auch kein Wunschzettel sondern ein Dankesbrief. (Uns schwant Schlimmes) WM, von wem ist der Zettel? Und wann hast du ihn bekommen?
WM: Och ist schon ein paar Tage her (und jetzt stottert er etwas unsicher und wurde rot) u-u-und der Kerl heißt glaub ich S-Silvio. I-Ich kenn ihn von früher da waren wir mal zusammen auf einer Party.
LBB-FR: (Uns stockt der Atem) Wie, du warst mit Berlusconi auf einer Party? Mit Mädels und so? (der WM nickt) Und dann hast du Berlusconi versprochen ihm als Gegenleistung einen Wunsch zu erfüllen und musst jetzt liefern?
WM: (Schüttelt den Kopf, schnäuzt sich und lehnt sich zu uns rüber) Also es war so: Der war damals ganz schrecklich nett und sagte mir, ich könnte einfach so mitkommen. Und die Rentiere würden auch frisches Heu bekommen. Was sollte ich machen, da kann man doch nicht ablehnen. Aber letzte Woche kreuzte er bei mir auf und hatte dann diese Fotos. Er wolle sie in seinen Zeitungen veröffentlichen, wenn ich ihm nicht einen Wunsch erfüllen würde. (Wieder schnäuzt er sich, trinkt einen Schluck Glühwein und fährt unsicher fort) Ich kenn doch den Monti gar nicht, das ist doch auch so ein Italiener, da macht das doch eh keinen Unterschied ob der oder Silvio? Der Mario wollte ja auch meine Rentiere…. (Der WM kramt nochmals in sei-ner Tasche und zieht ein Foto hervor und flüstert verschwörerisch) Die beiden trafen sich übrigens letzte Woche und jetzt will Silvio, dass ich seinem Freund auch helfe. (Ein maliziöses Lächeln huscht über das Gesicht des Weihnachtsmanns).
Liebe Leser, wir waren entsetzt und schnitten dem WM jedes weitere Wort ab. Wir wollten gar nicht mehr erfahren. Wir redeten dem WM zwar nochmals ins Gewissen und appellierten an seine Berufsehre. Ob dies erfolgreich war, wissen wir aber nicht. Doch wir werden den Ausgang der Wahlen in Italien (und nicht nur das) genau beobachten. Neue Erkenntnisse werden im Morning Flash publiziert.
Ihnen allen wünschen wir nun frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2013. Bleiben Sie und Ihre Familien gesund. Die nächste Ausgabe des Morning Flashs erscheint am 7. Januar 2013.
Viele Grüße, Michael Klawitter und David Tuchenhagen.

Quelle: LBB

Covered Bonds – Von Brödle (Plätzchen) und Pfandbriefen

Vor allem in der Vorweihnachtszeit kann man auf zahlreichen Weihnachtsmärkten, aber auch zu Hause weihnachtliche
Gerüche genießen. Der Duft frischer Plätzchen zieht durch das Haus. Weihnachtslieder erklingen im Raum. Ein in süddeutschen Gefilden beliebtes Gebäck sind Linzer Plätzchen. Qualitativ hochwertige Himbeermarmelade umhüllt und geschützt von einem leichten Mürbeteig. Die Parallelen zum Aufbau eines Pfandbriefs sind unübersehbar. Bevor es zur Verwertung des Deckungsstocks (im Falle der Linzer Plätzchen der Himbeermarmelade) kommt, geht dem zunächst die Insolvenz des Emittenten voraus (also die Aufzerrung des Mürbeteigmantels). Voraussetzung für die erfolgreiche Emission eines Pfandbriefs und für die Annahme durch den Investor, ist vor allem ein starker Rechtsrahmen, also ein stimmiges Rezept, welches das Gelingen garantiert. Rezept für deutsche Pfandbriefe Im Folgenden soll auf die Zubereitung eines deutschen Pfandbriefs näher eingegangen werden. Das Rezept ist für eine (Emissions-)Masse von 1 Mrd. EUR ausgelegt:
Zutaten:
Für den Emittenten:
1x schriftliche Erlaubnis der BaFin
25x 1 Mio. EUR Kernkapital
1x Erlaubnis Kreditgeschäft zu betreiben
1x Regelungen und Instrumente zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle des Deckungsstocks
1x Geschäftsplan der regelmäßiges und nachhaltiges Betreiben des Pfandbriefgeschäfts belegt
1x organisatorischer Aufbau und Ausstattung des Kreditinstitutes, der Pfandbriefemission und Vergabe von Finanzierungen Rechnung trägt

Für die Deckungsmasse:
– mind. 1,02 Mrd. EUR deckungsfähige Forderungen –> hierbei ist es Ihnen überlassen, ob Sie Forderungen aus Hypotheken- finanzierungen, öffentlichen Finanzierungen, Schiffsfinanzierungen oder Flugzeugfinanzierungen verwenden
– ausreichend Liquidität zur Deckung von Ansprüchen, die innerhalb der nächsten 180 Tage fällig werden
Zubereitung:
Bevor Sie mit der Zubereitung des Pfandbriefes beginnen, sollten Sie sich bewusst sein, dass ein Vorgehen nur unter Mithilfe weiterer Parteien möglich ist. Hier sollten Sie zunächst bei einem Mitarbeiter der BaFin belegen, dass Sie die nötigen Voraussetzungen und Kenntnisse zur Umsetzung Ihres Vorhabens besitzen. Danach bitten Sie um eine schriftliche Erlaubnis. Außerdem müssen Sie sichergehen, dass Sie ausreichend liquide Mittel vorrätig haben. Als Grundstock sollten hier die angegebenen 25 Mio. EUR Kernkapital zunächst vollkommen ausreichen. Neben der Erlaubnis der BaFin ist es auch wichtig, sich eine Erlaubnis zum Betreiben von Kreditgeschäften einzuholen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Ihre Füllung, also Ihr Deckungsstock, ausreichend mit qualitativ hochwertigen Materialien ausgestattet ist. Im Anschluss fügen Sie bitte nach und nach die weiteren vermerkten Zutaten zur Ausstattung Ihres zukünftigen Emittenten hinzu. Nun haben Sie den Grundstock gelegt, der den Deckungstock umrahmt und einen ersten Schritt zur vollständigen Zubereitung Ihres Pfandbriefes darstellt. Ähnliches Vorgehen kennen Sie sicherlich auch aus der Zubereitung des Grundteigs für die Linzer Plätzchen. In einem nächsten Schritt kümmern Sie sich um die Füllung des Deckungsstocks. Bitte achten Sie hierbei darauf, nur Zutaten zu verwenden, die höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Dabei ist es Ihnen überlassen, ob Sie Hypothekenforderungen, öffentliche Forderungen, Forderungen aus Schiffsfinanzierungen oder Forderungen aus Flugzeugfinanzierungen verwenden. Die derzeit beliebteste Zubereitungsweise sind die beiden erstgenannten Füllungen. Um bestimmte Transparenzkriterien im Zubereitungsprozess sicher zu stellen und eine genaue Zuordnung zu gewährleisten,tragen Sie bitte sämtliche Zutaten für die Füllung in eine Akte ein. Diese nennen Sie am besten Deckungsstockregister. Damit Ihre zukünftigen Kunden stets die Erträge aus Ihren Pfandbriefen genießen können, ist es wichtig, dass Sie immer genügend Liquidität vorhalten. Hier schauen Sie bitte, dass der Vorrat für 180 Tage ausreicht. Gelegentlich kann es sein, dass im Laufe der Zeit ein Teil der Füllmasse nicht mehr genießbar ist. Für einen Ausgleich kalkulieren Sie hier bitte mindestens 2 % an Mehrvolumen ein. Zur Überwachung des Zubereitungsprozesses ist neben den genannten Institutionen eine weitere Person von Nöten. Kennen Sie zum Beispiel einen Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer, können Sie diesen fragen, ob er innerhalb Ihres Zubereitungsprozesses nicht die Rolle als Treuhänder einnehmen möchte. Er muss den Prozess der Füllung Ihres Deckungsstocks überwachen und auch darauf achten, dass jede Zutat in Ihr neu angelegtes Deckungsstockregister eingetragen ist.

Er ist somit für den Kern Ihres zukünftigen Pfandbriefes und die vorschriftsmäßige Erstellung verantwortlich. Außerdem sorgt er auch dafür, dass Ihr Produkt in Umlauf gebracht wird. Um Ihre Kunden stets von der Werthaltigkeit Ihres Pfandbriefes zu überzeugen, ist die Einhaltung bestimmter Transparenzkriterien von Nöten. Gehen Sie hier insbesondere auf die Qualität und Zusammensetzung der Füllung ein. Diese veröffentlichen Sie bitte in einem Report. Nennen Sie ihn doch einfach ganz passend Deckungsstockreport. Wenn Sie alle obigen Punkte erfolgreich bewältigt haben, steht Ihrem zukünftigen Pfandbriefgeschäft nichts mehr im Wege. Probieren Sie es aus, gerade der deutsche Pfandbrief ist sehr beliebt bei Investoren. Bitte Beachten Sie, dass bei der Zubereitung gemäß dem vorliegenden Rezept kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht. Sollte Ihnen die Umsetzung zu herausfordernd sein, oder verschiedene Zutaten nicht bereit stehen, dürfen Sie auch gerne das Originalrezept für Linzer Plätzchen ausprobieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Genuss der „Brödle“ (schwäbisch für Plätzchen).
Karsten Rühlmann

Quelle: LBBW

Von Falken und Tauben: Karten im Federal Open Market Committee werden neu gemischt!

NordLB-Analyst Bernd Krampen beschäftigt sich in der aktuellen „Strategy View“ seines Hauses mit der Rotation der stimmberechtigten FED-Gouverneure im FOMC (Federal Open Market Committee) in den kommenden Jahren und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik. Wie in jedem Jahr findet auch zu diesem Jahreswechsel ein Austausch von Mitgliedern im FOMC statt. Immerhin vier von zwölf Mitgliedern werden durch andere Notenbanker ersetzt. Damit könnte ab Januar ein Drittel der Stimmberechtigten im Gremium auf den FOMC-Sitzungen anders abstimmen, als dies bisher der Fall war. Da auch in den folgenden Jahren eine Rotation im FOMC vorgenommen wird, kann anhand der jeweiligen Zusammensetzung bereits jetzt abgeschätzt werden, in welchem Jahr eine Mehrheit für einen ersten Zinsschritt am wahrscheinlichsten werden könnte.

Rotation der regionalen Notenbankpräsidenten

Traditionell gibt die Federal Reserve bereits mehrere Jahre im voraus bekannt, welche vier Präsidenten der zwölf regionalen Notenbanken als stimmberechtigtes Mitglied in das FOMC entsendet werden. Derzeit stehen bereits die Zusammensetzungen für die Jahre 2012 bis 2015 fest. Während der Präsident der Notenbank von New York jedes Jahr im Gremium bleibt, rotieren die restlichen elf regionalen Notenbankpräsidenten nach einem festgelegten Plan. Im Gegensatz zu den regionalen Notenbankpräsidenten sind die sieben Governors gleich für mehrere Jahre in das Gremium gewählt, so dass mit ihnen über einen längeren Zeitraum zu rechnen ist.

Einteilung der Notenbanker in Tauben und Falken

Ziel der Federal Reserve ist eine möglichst niedrige Arbeitslosenquote bei gleichzeitig niedriger Inflationsrate. Da diese beiden Ziele zumeist im Konflikt stehen können, tendieren einige Notenbanker eher dahin, dem Ziel hoher Beschäftigung, andere Notenbanker dem Ziel niedriger Inflationsrate eine höhere Bedeutung beizumessen. Jeder Notenbanker darf seine persönliche Meinung im Gremium vertreten. Vergangene Äußerungen und Entscheidungen liefern für die Öffentlichkeit wichtige Anhaltspunkte, wie sich diese Person in Zukunft verhalten dürfte. Traditionell werden Notenbanker grob in drei Kategorien eingeteilt: Wird zur Unterstützung der Konjunktur und einer Senkung der Arbeitslosenquote eher ein niedrigerer Zins zugelassen, spricht man von einer geldpolitischen Taube (Dove – dovisch). Wird zur Bekämpfung einer zu hohen Inflationsrate schneller für eine Anhebung des Leitzinses plädiert, spricht man von einem geldpolitischen Falken (Hawk – hawkish). Notenbanker, die diesen Kategorien nicht eindeutig zugeordnet werden können, gelten als neutral.

Teilt man die FOMC-Mitglieder diesen Einschätzungen nach ein, ergeben sich bei Betrachtung der zwölf FOMC-Mitglieder im Verlauf der Jahre teilweise unterschiedliche Tendenzen, wie sich die Mehrheit wohl verhalten dürfte. In einigen Jahren schlägt das Pendel damit tendenziell eher in Richtung einer expansiveren, in manchen Jahren eher in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik. Während die sieben Governors zusammen mit dem Fed-Präsidenten von New York über mehrere Jahre eine Konstanz ins Gremium bringen (sofern sich ihre Einstellungen nicht gravierend ändern), kann der jährliche Austausch der regionalen FED-Präsidenten immer wieder eine abrupte Änderung der grundsätzlichen Mehrheitsbildung innerhalb des Gremiums mit sich bringen.

Einschätzung des FOMC in 2012

Werden die zwölf FOMC-Mitglieder vereinfacht in die fünf Kategorien von extrem dovish bis extrem hawkish eingestuft, ergibt sich für 2012 das Bild, dass abgesehen vom ständigen „Abweichler“ Jeffrey Lacker die Notenbanker im FOMC tendenziell dem neutralen oder dem Lager der geldpolitischen Tauben zuzuordnen sind. Dabei ist erkennbar, dass die Governors überwiegend neutral zu sein scheinen bzw. sich zumeist der Meinung Ben Bernankes anschließen. Den FED-Präsidenten hat die NordLB etwas wohlwollend als neutralen Vertreter eingestuft, wenngleich es dazu sicherlich auch andere Meinungen gibt. Sollte sich Bernanke noch mehr in Richtung expansiver Geldpolitik tendieren, muss man ihn – und mit ihm vermutlich dann auch die Mehrheit der Governors – in die Kategorie der geldpolitischen Tauben einordnen. Bei der Betrachtung der vier regionalen, rotierenden Fed-Präsidenten (also exklusive des New Yorker Fed-Präsidenten) ist für 2012 eine in der Summe nahezu neutrale Position anzunehmen.

Frei Hand für Bernanke 2013 wahrscheinlich

Für den zum Jahreswechsel 2012 / 2013 vorgenommenen Austausch muss dagegen eine Tendenz hin zu einer noch expansiveren Ausrichtung des FOMC angenommen werden. Vor allem die hinzu gekommenen regionalen Fed-Präsidenten Charles Evans und Eric Rosengren gelten als extrem dovish eingestellt, was sich in ihren öffentlichen Äußerungen widerspiegelt. Mit der sogenannten 7/3-Regel hat sich Evans zudem als einer der ersten Notenbanker für die derzeit stark diskutierte Angabe von Schwellenwerten (Arbeitslosenquote, Inflationsrate) bei der geldpolitischen Ausrichtung ausgesprochen. Auch Rosengren hat dazu eine dezidierte Meinung. Beide sind also als Vorreiter dieser expansiven Strategie anzusehen. Ohne Jeffrey Lacker dürfte damit in 2013 auch die Zeit eines ständigen Abweichlers im Gremium (vorübergehend) vorbei sein. Damit dürfte Bernanke in 2013 noch mehr freie Hand zum Handeln haben als es bereits in 2012 der Fall gewesen ist. Fazit. Die geänderte Zusammensetzung des FOMC in 2013 spricht für eine anhaltend expansive Geldpolitik auch im kommenden Jahr. Dies könnte sicherlich für die Assetklassen Aktien und Rohstoffe ein unterstützendes Element sein.

Veränderungen des FOMC in den Jahren 2013 bis 2015

Auch wenn noch einige Monate ins Land gehen werden, lohnt sich bereits ein Blick auf die Tendenzen der folgenden Jahre. So hat es derzeit den Anschein, dass sich im Jahr 2014 eine Umkehrung des Bilds von 2013 ergeben könnte: In 2014 sind erneut die dem Lager der geldpolitischen Falken zuzuordnenden Notenbanker Richard Fisher, Narayana Kocherlakota und Charles Plosser als stimmberechtigte Mitglieder im FOMC vertreten, die sicherlich wieder eine Position für eine restriktivere Geldpolitik einnehmen werden. Das dürfte die Aufgabe für Ben Bernanke sicherlich nicht leichter machen, sollte er ab Januar 2014 überhaupt noch Präsident der Federal Reserve sein und nicht bereits einen Nachfolger / Nachfolgerin haben. Der möglichen Neubesetzung der Position des Präsidenten käme in 2014 damit bereits eine große Bedeutung zu: Ein restriktiverer eingestellter Präsident als Bernanke könnte dann bereits zusammen mit dem Trio der geldpolitischen Falken (und den eher auf der Linie des jeweiligen Präsidenten stehenden Governors) eine geldpolitische Wende einläuten.

Kommt es 2014 zur geldpolitischen Wende?

Sollte sich die Konjunktur bereits positiver darstellen, wäre damit frühestens in 2014 – dann aber bereits mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit – ein Schritt in Richtung geldpolitischer Wende möglich. Sollte in 2014 aber die derzeitige Vize-Präsidentin Janet Yellen den Präsidentenstuhl übernehmen, worauf derzeit einiges hinzudeuten scheint, wäre auch in 2014 nicht mit einer geldpolitischen Wende zu rechnen.

2015 sind wohl wieder die Tauben am Zug

Dieses mögliche Fenster einer tendenziell möglicherweise etwas weniger expansiven Geldpolitik könnte sich in 2015 aber ohnehin bereits wieder merklich schließen, denn dann werden Fisher, Kocherlakota und Plosser nicht mehr über die Zinsen mitentscheiden.

Fazit

Die bereits feststehenden Rotationen der Mitglieder des FOMC ermöglichen eine Annahme über die zu erwartende Tendenz bei der geldpolitischen Ausrichtung. Während für 2013 die Notenbanker im FOMC mehrheitlich dem Lager der geldpolitischen Tauben zuzuordnen sind, könnte in 2014 die Möglichkeit einer restriktiveren Tendenz gegeben sein. Viel wird dann aber auch von dem Posten des Präsidenten abhängen, da dann Bernanke möglicherweise bereits von seinem Nachfolger / Nachfolgerin abgelöst sein kann. In 2015 scheint die Rotation ohnehin eher wieder in Richtung einer tendenziell expansiven Geldpolitik zu deuten.

Quelle: http://www.institutional-money.com

Was haben Goldpreis und Zentralbank- Bilanzsumme miteinander gemein?

Sehr viel, wenn man sich die charttechnischen Zusammenhänge von Goldpreis und Zentralbankbilanzsumme ansieht. Professor Dr. Thorsten Polleit (Bild), Chefökonom der Degussa Goldhandel GmbH, hat diesen Zusammenhang in den beiden Charts der August-Ausgabe seines Newsletters sichtbar gemacht (siehe Anlage).Man nehme einmal an, es gebe zwei Güter A und B. Gut A wird immer stärker vermehrt, Gut B nicht. Was wird wohl passieren? Richtig: Gut B wird knapp relativ zu Gut A, es wird sich also verteuern, so Polleit einleitend. Genau das spiegle sich seit Jahren im steigenden Goldpreis wider: Die Zentralbanken weiteten die Papiergeldmengen immer weiter aus, und zwar weitaus stärker, als die Goldmenge anwachse; Gold werde immer knapper relativ zur Papiergeldmenge.

Polleit weiter: „Besonders gut lässt sich dieser Zusammenhang erkennen, wenn die Zentralbankbilanz dem Goldpreis gegenübergestellt wird. Das Anwachsen der US-Zentralbankbilanz – die ja das Ausweiten der (Basis)Geldmenge reflektiert – geht mit einem steigenden Goldpreis einher.“ Besonders augenscheinlich sei dieser Zusammenhang im Euroraum (siehe hierzu die zweite Graphik): Die anschwellende Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank (EZB), insbesondere seit Ende 2008, ging geradezu Hand in Hand mit einem steigenden Goldpreis in Euro gerechnet.

Auf seiner Sitzung am 2. August hat der EZB-Rat nun in Aussicht gestellt, noch mehr Basisgeld in Umlauf bringen zu wollen, und zwar durch den Kauf von Schuldpapieren strauchelnder Staaten; und vermutlich wird dazu auch gehören, dass marode Banken noch mehr billiges Geld erhalten, schreibt Polleit weiter.

Mit Blick auf das, was dies- und jenseits des Atlantiks geldpolitisch betrieben wird, spreche einiges für einen weiter steigenden Goldpreis – insbesondere in Euro gerechnet. Vor allem zwei Gründe seien hervorzuheben:

– Erstens: Die Signale der US-Zentralbank deuteten auf eine weitere Runde des Quantitative Easings hin, und das dürfte den Goldpreis in US-Dollar weiter anheben.

– Zweitens: Die gleiche Politik werde von der EZB verfolgt. Dabei werde jedoch die Ausweitung der EZB-Bilanz absehbar stärker ausfallen als die der Fed; denn die EZB werde sich immer stärker engagieren müssen bei der Refinanzierung des Euroraum-Bankenapparates, damit dieser nicht kollabiert. Schwillt die EZB-Bilanz jedoch stärker an als die der Fed, sollte das Abwertungsdruck auf den Euro-Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar ausüben.

Der Euro-Bankenapparat wies im Juni 2012 ein Gesamtvolumen in Höhe von 34.814 Milliarden Euro auf. Zum Vergleich: Die gesamte Bankbilanzsumme der US-Geschäftsbanken betrug „lediglich“ 13.039 Milliarden US-Dollar. Allein die ausstehenden Kapitalmarktverbindlichkeiten der Euroraum-Banken, die von den privaten Investoren kaum mehr nachgefragt werden, beliefen sich auf mehr als 6.500 Milliarden Euro; und ein Großteil dieser Schulden wird wohl bald von der EZB finanziert, schreibt Polleit weiter. Zum Vergleich: Die Kreditmarktschulden der US-Banken beliefen sich auf nur 1.583 Milliarden US-Dollar.

Man nehme nur einmal an, der EZB-Rat wollte die Liquiditätssituation der Euro-Geschäftsbanken verbessern, um sie wirksam gegen einen möglichen „Bank Run“ zu schützen. Dazu muss er ihnen zusätzliches Basisgeld bereitstellen. Derzeit betragen allein die Giroguthaben der Nichtbanken bei Euro-Banken etwa 4.000 Milliarden Euro. Die Euroraum-Banken verfügen bislang jedoch nur etwa über 1.100Milliarden Euro. Das „Deckungsverhältnis“ beträgt also lediglich 28 Prozent. Anders ausgedrückt: Banken können pro Euro, den die Kunden bei ihnen als Giroguthaben halten, nur 28 Euro Cent auszahlen.

Würde der EZB-Rat zum Beispiel eine 100 Prozent Deckung anstreben, müsste er den Banken weitere 2.900 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Wollte er eine 100 Prozent Deckung für Sichtguthaben sowie Depositen mit 3 monatlicher Kündigungsfrist angestrebten, wären sogar weitere 4.900 Milliarden Euro erforderlich.

Zieht man den bisher beobachtbaren Zusammenhang zwischen der monetären Basis im Euroraum und dem Euro-Goldpreis in Betracht, so legt (allein das) einen deutlich weiter steigenden Euro-Goldpreis nahe – nicht zuletzt auch wegen einer Abwertung des Euro-Wechselkurses, die aus der Geldmengenvermehrung resultieren sollte. „Die Papiergeldmengen werden also absehbar stärker anwachsen als die Goldproduktion zulegen wird. Vor allem in Euro gerechnet spricht das für einen weiter steigenden Goldpreis“, so Polleit abschließend.

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Chinesische Notenbank kürzt Mindestreservesätze um 50 Basispunkte

Kommt die Rettung der Weltkonjunktur aus China? Nachdem sich Europa in einer technischen rezession befindet, ruhen die Hoffnungen auf den USA und China. Dort hat man am Wochenende den Midestreservesatz gesent, für große Banken liegt nun der neue Satz bei 20 Prozent, für kleinere Banken bei 18 Prozent. Diese Kürzungen treten am 18.05.2012 in Kraft.

Für die Ökonmen der VP Bank komt die Senkung der Mindestreservesätze nicht überraschend. Überraschend sei vielmehr, dass die Notenbank so lange wartete, heiß es in einer aktuellen Aussendung. Die deutlich gefallene Inflationsrate hätte schon in den vergangenen Monaten Schritte der Notenbank gerechtfertigt. In Anbetracht der schwachen Daten für den April sei die Notenbank aber nun unter Zugzwang gekommen. Die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze und der Aussenhandel enttäuschten. Bis die Kürzungen wirken, dürfte aber einige Zeit verstreichen. Der Notenbank wied es nicht gelingen, ein schwaches Wachstum im 1. Halbjahr zu verhindern. Zuviel Optimismus sei deshalb fehl am Platz. Weitere Kürzungen der Zentralbank dürften nicht lange auf sich warten lassen, meinen die Volkswirte der VP Bank abschließend.