Bund Future Chartanalyse

Der Bund seit dem extremen Ausverkauf mittlerweile im klaren Aufwärtstrend. Bislang jeder Zinstrendwende zum Trotz wurde jede günstige Möglichkeit zum Kauf genutzt. Langsam aber beständig wie man das aus den letzten Monaten gewohnt war. Dennoch ist jetzt im Bereich um 158,60 wieder Vorsicht geboten. Die Marke entspricht der Maximalkorrektur im Rendite Chart der 10Y Bund um 0,44 %. Eine starke Reaktion auf die mögliche Erweiterung des QE durch die EZB lässt auch die Marke von 0,37 % nicht so weit entfernt erscheinen. Dennoch wird das Chance Risiko Profil hier wieder deutlich schlechter. Der Blick auf die Kurvenverschiebung macht deutlich, dass am Zinstief (grün) die langlaufenden Papiere deutlich tiefer standen als heute (blau). Mit der starken Aufwärtsbewegung zum Hoch am 11.06. (rot) wurde eine neue Kurve und somit Anlageverhalten gebildet. Im kurz bis mittelfristigen Bereich frisst sich der negative Bereich immer weiter. Eine Einlagensenkung auf -0,35 bis -0,40 wird eingepreist. Am langen Ende konnte in den letzten Monaten nur eine sehr schlechte Performance erzielt werden. Die Marktteilnehmer verlangen eine höhere Risikoprämie. Die höchste Attraktivität liegt also derzeit im 5-8 Jährigen Bereich bei einer Annahme ungefähr gleich bleibender Zinsen.

Somit werden die kurz laufende Position in eine etwas längere Duration gedreht. Der Rückkauf wird zeitlich versetzt.

Widerstand  | ~ 158,60  | ~ 159,20

Unterstützung  ~156,85 | ~ 159,98  | ~154,81

Bund_20-11-2015

 

10Y_EURO_20-11-2015

 

Kurve_Bund_20-11-2015

Negativzinsen durch einen eleganten Kniff

Negativzinsen stoßen in der Praxis auf erhebliche Probleme bei der Umsetzung. Das Heilmittel der Banken – und wohl bald auch Emittenten anderer Branchen – im Euroraum gegen negative Kupons bei ihren variabel verzinslichen Anleihen lautet: Lass den Investor im Voraus mehr bezahlen. Über diesen Trend berichtet Bloomberg.

Aufschlag bei Emission löst viele administrativen Probleme

Die Schuldner verlangen von ihren Gläubigern im Voraus mehr Geld, damit der Kupon der Anleihe über null bleibt und zeitraubende Diskussionen mit den Investoren darüber, was passiert, wenn die Anleihezinsen negativ werden, vermieden werden können. Euro-Benchmark-Sätze wie der Euribor sind in diesem Jahr erstmals unter null gesunken. Grund für diese Marktverzerrung sind die beispiellosen geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zur Ankurbelung der Konjunktur.

„Negative Kupons sorgen für Kopfschmerzen der verschiedensten Art. Ein Aufschlag ist ein sehr einfacher Weg, all dem aus dem Weg zu gehen“, sagt Kimmy Samuelsson, Leiter Langfristfinanzierung bei Swedbank in Stockholm. Es sei praktisch nicht umzusetzen und rechtlich fragwürdig für einen Schuldner, eine Kuponzahlung von einem Investor zu verlangen. Daher seien ein Zinsaufschlag von etwa 50 Basispunkten und ein Ausgabekurs über pari als Ausgleich für den höheren Kupon eine elegante Lösung des Problems.

„Die Marktteilnehmer reagieren kreativ auf Herausforderungen“, sagte Suzy Margretts, Leitende Direktorin mittelfristige Emissionen bei Lloyds in London. Eine Emission über pari sei eine Lösung, die einer Reihe von Emittenten und Investoren gleichermaßen entgegenkomme. „Gleichwohl, wir haben Neuland betreten und es könnte weitere neue Ideen geben“, fügte sie an.

Namhafte Beispiele

Die Banken haben dieses Jahr variabel verzinsliche Anleihen oder Floating Rate Notes im Volumen von 5,1 Milliarden Euro mit einem Kurs über pari an den Markt gebracht. Das ist laut Bloomberg das höchste Volumen seit der ersten Jahreshälfte 2011. ING Groep und Lloyds Banking Group zählten zu den Emittenten, die allein im Mai 2,5 Milliarden Euro an derartigen Papieren auflegten.

Die niederländische ING hat am 29. Mai die bisher größte FLRN-Emission über pari ausgegeben. Der Ausgabekurs der zweijährigen Papiere im Volumen von 1,33 Milliarden Euro betrug 101 Cent je Euro Nominalwert. Der Kupon für die Investoren lag bei 65,5 Basispunkten über Euribor, was einer Prämie von rund 50 Basispunkten entsprach, wie Bas Iserief, Leiter Langfristfinanzierung und Investments, sagte. „Wir glauben nicht, dass wir zu negativen 66 Basispunkten kommen werden – höchstens in einer Art Weltuntergangsszenario.“

Die zweijährige variabel verzinsliche Anleihe über 600 Millionen Euro von Lloyds kam laut Bloomberg-Daten mit einem Kurs von 101 Cent je Euro Nominalwert an den Markt und bot einen Zinsaufschlag von 66 Basispunkte über Euribor.

Bei ihrer im März emittierten dreijährigen Anleihe im Volumen von 250 Millionen Euro setzte Swedbank den Ausgabekurs auf 101,5 Cent je Euro Nominalwert fest. Das sind 1,5 Cent mehr, als der Investor bei Fälligkeit zurückerhält. Zum Ausgleich erhöhte die Bank den variablen Kupon. Er wurde auf 68 Basispunkte über dem Dreimonats-Euro-Interbankensatz Euribor festgesetzt und liegt damit 50 Basispunkte über dem, was die Bank in dem Laufzeitenbereich normalerweise zahlen müsste, wie Samuelsson erläuterte. (aa)

Quelle: institutional money

Gold Chartanalyse

Gold tut sich schwer eine Entscheidung herbeizuführen. Der Preis pendelt um die maßgebliche Unterstützung bei 1180. Dieser war zwar schon bei 1230 kurz vor einen Ausbruch, konnte jedoch keine Dynamik aufbauen. Das Kursverhalten gefällt mir derzeit nicht mehr ganz so gut. In der Zinsanstiegsphase mit hoher Volatilität konnte Gold nicht profitieren. Eine Verengung der Bollinger Bänder zeichnet sich ab. Momentum staut sich auf. Übergeordnet analysiert könnte sich dies Richtung Süden auflösen. Sollte sich eine Schwächephase ergeben, wird Gold abgestoßen.

Widerstand:    ~1232 | ~ 1255 | ~ 1307

Unterstützung:   ~1181  |  ~ 1083

Gold_11-06-2015

Alle Experten erwarten Aktiengewinne in den USA

Wo sind all die Bären nur geblieben? Alle Experten erwarten Aktiengewinne in den USA

Nach zwei Jahren mit konstanten Kursgewinnen sind am amerikanischen Aktienmarkt keine skeptischen Stimmen mehr zu finden. Dem unvoreingenommenen Betrachteter sollte dies allerdings Angst machen, und die ersten Januar-Tage scheinen ihm dabei Recht zu geben.

Alle US-Auguren positiv gestimmt

Unter den von Bloomberg erfassten professionellen Wall- Street-Auguren rechnet kein einziger damit, dass es 2015 abwärts gehen könnte – im Schnitt wird vielmehr mit einem Anstieg um 8,1 Prozent gerechnet. Dazu trägt nicht zuletzt bei, dass Käufer börsengehandelter Fonds im vergangenen Quartal ihre hartnäckige Ausrichtung auf Anleihen beendeten und sich mit Elan auf US- Aktien stürzten.

Wo sind die Pessimisten?

Pessimismus, bislang ein konstanter Begleiter des Bullenmarktes, der auf dem besten Weg ist, der zweitlängste seit den Zeiten der Kennedy-Regierung zu werden, scheint auf einmal völlig verschwunden zu sein. Immerhin hat der S&P 500 Index seit 2012 bereits 44 Prozent zugelegt. Für das laufende Jahr sagen die Strategen zwar die schwächste Rally in vier Jahren voraus, doch trotz der Aussicht auf höhere Zinsen und ein langsameres Wachstum der Weltwirtschaft sind bislang keine überzeugten Bären hervorgetreten.

Es falle schwer, nicht auf Gewinne zu setzen, wird etwa Dubravko Lakos-Bujas, Chef für US-Aktien und quantitative Strategie bei JPMorgan Chase in New York zitiert. Man bleibe wegen der Risiken im Zusammenhang mit dem weltweiten Wachstum und Änderungen der Geldpolitik vorsichtig. Dazu sei es etwas bedenklich, dass alle auf Gewinne spekulierten, so Lakos-Bujas weiter.

Nachdem Aktien lange Zeit in Ungnade gefallen waren, favorisieren Investoren sie nun gegenüber Anleihen so stark wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Im vierten Quartal flossen etwa 91 Milliarden US-Dollar in börsengehandelte US-Aktienfonds, verglichen mit Festverzinslichen-Zuflüssen von 23 Milliarden US-Dollar. Die Aktienkäufe sind nicht zuletzt auf die Erwartung zurückzuführen, dass sich das US-Wirtschaftswachstum 2015 beschleunigen wird. Wenn sich die Investoren wieder stärker an die Aktien gewöhnt hätten, würden sie von den börsengehandelten Fonds auf aktiver gehandelte Produkte umschichten, um höhere Renditen zu erzielen, meint Brian Belski, leitender Investment-Stratege bei BMO Capital Markets in New York.

Von Bloomberg befragte Volkswirte gehen im Median davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft im laufenden Jahr um drei Prozent wachsen wird. Sie war im dritten Quartal 2014 bereits um fünf Prozent hochgeschnellt, so stark wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, nachdem die Verbraucherausgaben und Unternehmens-Investitionen anzogen. Für 2015 wird dank der niedrigen Benzinpreise mit einer höheren Kaufkraft der Haushalte gerechnet, die sich in weiter steigenden Konsumentenausgaben niederschlagen könnte. Das stärkste Wachstum erwarten die von Bloomberg befragten Experten bei Unternehmen aus den Bereichen Nicht-Basiskonsumgüter, Technologie und Rohstoffe.

Seit 2011 haben Strategen den aktuellen Bullenmarkt unterschätzt

Der S&P 500 ist in 20 der vergangenen 26 Monate gestiegen und 2014 niemals mehr als drei Tage in Folge gefallen. Für das laufende Jahr sagen die Experten im Schnitt einen Zuwachs um 166 Punkte auf 2225 zum Jahresende voraus. Es ist das erste Mal seit 2009, dass alle auf Gewinne setzen. Damals hatte der Leitindex 23 Prozent gewonnen. Sollte diese Prognose eintreffen, würde der Bullenmarkt den bislang zweitlängsten Anstieg von 1974 bis 1980, der 2248 Tage anhielt, übertreffen. Lediglich die Rally von 1990 bis 1998, die 2836 Tage andauerte, hatte noch länger Bestand, wie aus Daten von Bloomberg und Birinyi Associates hervorgeht, die bis in die 60er Jahre zurückreichen.

Am optimistischsten ist Tony Dwyer von Canaccord Genuity Securities, der mit einem Anstieg des S&P 500 bis Dezember auf 2340 Punkte rechnet. Die pessimistischsten Prognosen mit jeweils 2100 Punkten kommen von Jonathan Glionna von Barclays und David Kostin von Goldman Sachs. “Der Markt wird sich wieder so entwickeln, dass sich alle dumm vorkommen – ob es nun zu etwas Gutem, wie zweistelligen Gewinnen, oder zu Verlusten kommt”, sagt David James, Analysechef bei James Investment Research. Wenn überall Einigkeit bestehe, dann müsse man sich wirklich Sorgen machen, dass der Markt etwas anderes machen werde, so sein (prophetisches?) Schlusswort.

Quelle: Institutional Money