Dax Chartanalyse

Zunächst einmal ein Blick aufs große Bild. Die Bewegungen im Charttechnischen Sinne verblüffend harmonisch wie ich finde. Bereits in der Abwärtsbewegung im März sowie bei den steigenden Kursen bis in den August hin. Sowohl in der Dynamik als auch in der Geschwindigkeit so nicht vorherzusehen und auch einmalig. Aber trotzdem vernünftig zu interpretieren und zu handeln. Denn jede Unterstützung und auch Widerstand welche genommen wurde, hatte Momentum, es gab wenige Trendverletzungen und relevante Marken wurden vom Markt beachtet. Der größte Feind in so einem Markt sind zu enge Stopps, zu große Hebel und zu kurzfristiges Agieren. Das Beispiel im roten Kreis soll dies verdeutlichen. Zunächst zeigte der Markt ein paar Wochen zuvor im Juli ein shooting star, welcher auch in der weiteren Woche durch eine schwarze Kerze bestätigt wurde. Die anschließende Aufwärtsbewegung zäh mit kleinen Kerzenkörpern, welche bereits nachlassendes Kaufmomentum signalisierte. Dann der erste Fehlausbruch über das Hoch des shooting stars und 2 Wochen später, der gescheiterte Versuch die pitchfork zu überhandelt. Ab diesem Zeitpunkt war der Markt massiv angeschlagen. Die Psychologie der Markteilnehmer dann ex post auch schön zu entschlüsseln. Die Longpositionen welche die Wochen zuvor neu aufgebaut wurden, bergen nach so einer Rally natürlich ein hohes Risiko. Prozyklische Anleger sichern deshalb mit engen Stopps ab, was auch nachvollziehbar ist. Allerdings befindet sich der Markt dort bereits in einem potentiellen Biaswechsel. Er reichen nur ein paar schwache Tage, um eine Abwärtsdynamik zu entfalten. Dies geschah dann auch mit einer langen schwarzen Kerze. In dieser Phase konnten shortpositionen risikoarm mit einen weit definierten stopp (oberhalb von 13.460) aufgebaut werden. Denn Fehlausbrüche sind meines Erachtens die ertragreichsten, stabilsten sowie risikoärmsten Signale, die der Markt auf mittelfristige Sicht zu bieten hat. Die Kurse kommen in solchen Phasen oftmals nahe an das Niveau, wo die Fehl/ Umpositionierung entstanden sind. In dem Fall bis an die abwärts gerichtete rosa gestrichelte Pitchfork. Ab diesem Moment wurden massiv Positionen glatt gestellt um weitere Verlust zu vermeiden. Die nächsten zwei Kerzen zeigen dann das Ergebnis dieser Situation. Die Kurse fallen wie vermutet direkt bis zu nächsten übergeordneten Unterstützung bei 11.600 bzw. 11.472 der Minimalkorrektur der gesamten Aufwärtsbewegung. Hier und jetzt nun die ersten ernsthaften Versuche einer Stabilisierung und die Legitimation meinerseits longpositionen mit einem Zeithorizont größer 12 Monaten aufzubauen. Der Markt hat jedoch weiteres Abwärtspotential, welches sich die nächsten Wochen auftun könnte. Die nächste Unterstützung bei 11.216 Punkten sollte mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in den nächsten 4 Wochen getestet werden. Bricht auch dieses Niveau bereits in der jetzigen Abwärtsbewegung kommt die Marke um 10.886 Punkten ins Visier. Ein Einbruch wie im letzten Ausverkauf halte ich zunächst für unrealistisch. Ein Test der median line der Pitchfork und Kurse um 10.446 Punkte würde ich eher mit einer zähen und längeren Abwärtsbewegung in Verbindung bringen wollen. Klar und vermutlich für jeden ersichtlich. Unterhalb von 12.452 Punkten bleibt der Markt short und anfällig für dynamische Kursverluste und hohe Wochenausschläge.    

Widerstand: ~ 12.452   |  ~ 12.965 | ~ 13.415

Unterstützung: ~ 11.472  |  ~ 11.216  |  ~ 10.886  |  ~ 10.446

 

 

Bund Rendite Chartanalyse

Die Annahme einer Trandingrange und somit einem erfolgreichen Test der Unterstützung bei -0,56 % ging so nicht auf. Die Zinsen fielen um fast 10 BP und mit einem Pullback an die gelbe horizontale Unterstützung wurde der Abwärtstrend seit September bestätigt. Die Rendite bewegt sich seit dem in der oberen Hälfte der pitchfork und dient und nun als Grundlage zur kurzfristigen Trendbestimmung. Mit der jetzigen „risk off“ Stimmung sollte eigentlich die median line der rosa gestrichelten pitchfork erreicht werden können, welche mit der 161 % Extension bei -0,67 % korrespondiert. Auch ein Abtaucher bis -70 BP ist denkbar und schnell erreichabr. Denn anderes als im letzten Abverkauf der Märkte im März/ April ist die Korrelation zum Aktienmarkt wieder stabiler. Schwächere Aktienkurse werden in safe haven Anlagen umgeschichtet. Ob diese Niveau dann dauerhaft zu rechtfertigen ist, bleibt dann mal zunächst dahin gestellt. Klar ist jedoch, dass die Markterwartung an die Notenbanken gestiegen ist, ein großes Maßnahmen-Paket zu präsentieren. Mit zunehmender Eskalation der humanitären Situation ist dies meines Erachtens auch außerhalb der regulären Sitzungen möglich. Die EZB ist gut beraten, eine Überraschung zu liefern. Nur mehr Geld in Form von Anleihenkäufe stützt lediglich die Spreads, aber nicht die Wirtschaft. In dieser Erwartung sollte das Potential steigender Zinsen begrenzt sein. Konkret: Alles unter -50 BP wird zum Positionsaufbau genutzt. Vermutlich wird die Begrenzung bei -55 BP schon zum Lackmustest für steigende Renditen. 

Widerstand: ~ -55 BP | ~ -50 BP |  ~ -43 BP | ~ -38 BP

Unterstützung:  ~ -65 BP  |   ~ -67 BP |  ~ -71 BP

Euro Chartanalyse

Der Euro tat sich die letzten 4 Wochen schwer die 138 % Extension hinter sich zu lassen. Ein ausgewogener Kampf mit langen Kerzen signalisiert die Unentschlossenheit des Marktes. Vor so einem wichtigen Event am 03.11. ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die zentrale  horizontale Unterstützung bei 1,144 kurzfristig nochmals getestet wird. Zuvor ist die Devise am mittleren Bollinger Band und bei 1,150 zunächst noch gestützt. Für mich ein Szenario in dem man sich prinzipiell auf long Euro positioniert und mit zusätzlichen Abstauberlimits im genannten Bereich operiert. Die Trendrichtung ist weiterhin Richtung 1,21 und höher angesagt. Ein Rückfall unter 1,144 wäre extrem positiv für den USD zu werten und würde meines Erachtens ziemlich viele Postionen unter Druck bringen und den Bias über einen Sentimentwechsel um 180 Grad drehen.

Widerstand:   ~ 1,182  |  ~ 1,203 |  ~ 1,210  |  ~ 1,240

Unterstützung:  ~ 1,161 |  ~ 1,150  |  ~ 1,144  | ~ 1,118